Beobachtungsabend der AG Orion im Sternenpark Rhön

Gestern Abend waren einige Mitglieder der AG Orion und des Taunus Astrotreffs bei einem Beobachungsabend im Sternenpark Rhön. Hier ist ein Bericht dazu von Stefan Zwieb mit den Bildern von Matthias Steiner (Namen wurden teilweise gekürzt):

 

„Wo kann man am besten Sterne beobachten? Natürlich da wo es dunkel ist, also sind wir gestern zum zweiten Mal in die Rhön zum Sternenpark gefahren, genauer gesagt zur hohen Geba mit toller Rundumsicht, 751 Meter hoch gelegen und ohne Lichtverschmutzung.

Vorher habe ich mir nochmal den Parkplatz schwarzes Moor angeschaut, dort sind die Bedingungen zum beobachten recht gut, ein paar Bäume aber ich denke mal dafür auch windgeschützt.

Windgeschützt deshalb, da wir gestern, wie auch letztes Jahr ziemlichen Wind hatten auf der Kuppe der hohen Geba.

Den dunkelsten Himmel habe ich wie schon einmal erwähnt, am roten Moor Parkplatz erlebt, leider umringt mit Bäumen und etwas abschüssigem Parkplatz, nur unten ist es flach um einen Dobson z.B. gut aufzustellen. Aber im 31èr Nagler war dort unvergessen, ein Sterngewimmel vom feinsten.

Insgesamt waren wir gestern 8 Leute wobei Norbert L. leider nur bis zum schwarzen Moor kam und den Weg nicht weiterwusste.

Wenn ich nicht falsch liege, waren da: Joachim R., Matthias Steiner und sein Zwillingsbruder? Habe leider seinen Namen vergessen, sorry! Ernest J., Sven K., Wolfgang V., Stefan Zwieb und Norbert L. am schwarzes Moor. Außerdem waren noch ein Bayrisches Pärchen von der Tscheschischen Grenze da, die ganze 3 Stunden Anfahrt im Kauf nahmen um den Sternehimmel hier zu erleben und auch wieder am späten Abend 3 Stunden zurück fuhren.

Eine Betreiberin oder Aufsicht vom Sternenpark war sogar so nett und hatte unseren Astrofotografierern einen Windschott zum Schutz gegeben.

Wie immer war der Sonnenuntergang in roter Farbe getaucht und zuerst zeigte sich die Venus, die jedoch keine Phase zeigte.

Begeistert war ich von Joachims neuen 120/900 ED Refraktor und vom Wolfgangs High End Apo, der zeigte was es ausmacht einen tollen Kontrast zu haben.

Wir hatten auch viele Richfielder zum beobachten wie einen Bresser 102/460, einen Skywatcher 120/600 und einen 80/600 ED.

Wir testeten auch die neuen Morpheus Okulare vom Wolfgang, verglichen z.B. das 12,5mm Morpheus mit dem 13 mm Ethos. Der Einblick war beider Okulare waren total verschieden aber ich empfand das Bild beim Morpheus sogar noch plastischer wie das des Ethos, das Ethos wiederum mit weiteren Feld. Zwei komplett unterschiedliche Okulare, aber das Morpheus für momentan 199 Euro ist unschlagbar vom Preis her und der Hammer. Getestet haben wie die Okulare bei M42 und H&Chi im Perseus, mit dem 12 Zoll Dobson und Wolfgangs Edel Refraktor.

Wie schon erwähnt war es sehr windig und der Horizont war diesmal nicht, wie letztes Jahr übersäht mit Sternen, irgendwie etwas diesig, aber es war im Verhältnis zum Rhein Main Gebiet sehr dunkel.

Das Seeing war diesmal leider auch nicht so gut wie im letzten Jahr, gesehen z.B. an den Spiralarmen M51 Whirpool Galaxie oder zum Schluss am Jupiter. Letztes Jahr konnte ich mit dem 12 Zöller bei 300 fach Verwirbelungen am Jupiter sehen was mir die Sprache verschlug. Gestern war Jupiter bei 150 fach nur ein wabriges Bällchen ohne Details.

Natürlich waren die Standardkerzen wie H&Chi, Orionnebel, M81/M82 ein Genuss. Der Unterschied, welch ein toller Himmel hier ist und sein kann, sah ich an M101 Feuerrad Galaxie mit Andeutungen und Details in den Spiralarmen, M104 Sombrero Galaxie und der Needle Galaxie NGC 4565 mit seinem tollen Staubband. M65/M66 und NGC 3628 im Löwe sah im 21mm Ethos aus wie ein grinsendes Gesicht.

M13 Herkuleshaufen und M3 im Bootes sah bei 180 fach genial und funkelte wie ein Nadelkissen strahlend hell.

Die Zeit verging rasend schnell und um ca. halb 1 packten wir alles zusammen, der Wind wurde leider noch etwas stärker. Wir beschloss zusammen, das nächste Mal deshalb einen anderen Beobachtungort in der Rhön aufzusuchen, der windgeschützter ist.

Ich muss leider gestehen das ich ca.1Stunde später alleine nochmal ohne Wind in der Nähe des schwarzen Moores auf einem Feldweg stand ohne Wind. Der Himmel war hier noch besser finde ich, auch am Horizont war es plötzlich dunkler. Das Seeing war aber immer noch das gleich, getestet am mittlerweile höher stehenden Jupiter.

Ein Highlight hatte ich noch: Ich sah im 31ér Nagler Okular ganze 8 oder 9 Galaxien gleichzeitig im Virgo-Galaxienhaufen, das war neuer Rekord.

Interessant war für mich auch immer wieder der nachhause Weg, man kann ab Schlüchtern regelrecht verfolgen wie der Himmel immer heller wird bis schließlich Frankfurts Lichtglocke einem den Weg nach Hause zeigt.

Trotz Wind, schlechteren Bedingungen wie letztes Jahr, hat es viel Spaß gemacht und ich hoffe Ihr seid alle gut  wieder Heim gekommen.

PS: Wollte noch erzählen das ich bei der Rückfahrt bis zum schwarzen Moor das Navi aushatte und ich dachte, ich fahre Joachim hinterher bis ich gemerkt habe, das es gar nicht Joachim war und ich plötzlich in Ostheim v.d. Rhön stand. Naja.“

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