Am kommenden Mittwoch, dem 12. August 2026, stehen uns gleich zwei astronomische Highlights bevor. Am Abend erleben wir eine tiefe partielle Sonnenfinsternis und in der folgenden Nacht zahlreiche Sternschnuppen beim Maximum der Perseiden.
Kurz vor Sonnenuntergang schiebt sich der Mond vor die Sonne und lässt von ihr nur noch eine schmale Sichel übrig. In Bad Homburg werden beim Maximum der Sonnenfinsternis rund 88 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche vom Mond bedeckt sein.
Noch eindrucksvoller wird die Sonnenfinsternis in Spanien. Dort verläuft der schmale Streifen der Totalität quer über den Norden des Landes und weiter über die Balearen. Innerhalb dieses Streifens bedeckt der Mond die Sonne für kurze Zeit vollständig. Dann wird die Sonnenkorona sichtbar und der Himmel verdunkelt sich. Für das spanische Festland ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Viele Menschen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern werden deshalb nach Spanien reisen.


Wer im Hochtaunus bleibt, erlebt zwar keine totale, aber dennoch eine außergewöhnlich tiefe partielle Sonnenfinsternis. Mit einem Bedeckungsgrad von rund 88 Prozent ist sie wesentlich ausgeprägter als die in den vergangenen Jahren von Deutschland aus sichtbaren Sonnenfinsternisse.
Für Bad Homburg ergeben sich folgende Zeiten. Alle Angaben gelten in Mitteleuropäischer Sommerzeit und können je nach genauer Position geringfügig abweichen.
| Ereignis | Uhrzeit |
|---|---|
| Beginn der partiellen Sonnenfinsternis | etwa 19:19 Uhr |
| Maximum der Finsternis | etwa 20:13 Uhr |
| Sonnenuntergang | etwa 20:50 Uhr |
| Rechnerisches Ende der Finsternis | etwa 21:04 Uhr |
Beim Maximum steht die Sonne nur noch knapp fünf Grad über dem Horizont im Westnordwesten. Das entspricht ungefähr einer halben Handbreit über dem Horizont bei ausgestrecktem Arm. Das rechnerische Ende der Finsternis ist in Bad Homburg nicht mehr zu sehen, da die Sonne bereits rund 14 Minuten zuvor untergegangen ist.
Bei freier Horizontsicht bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Eine sehr schmale Sonnensichel nähert sich dem Horizont und geht noch während der laufenden Finsternis unter. Je nach Beschaffenheit der Atmosphäre kann die Sichel dabei gelb, orange oder tiefrot erscheinen. Allerdings können Dunst, Wolken und Hindernisse am Horizont die Beobachtung auch vollständig verhindern.
Die tiefe Stellung der Sonne macht diese Sonnenfinsternis besonders reizvoll, aber auch schwierig zu beobachten. Gebäude, Bäume, Hügel oder entfernte Waldgebiete können bereits ausreichen, um die Sicht zu versperren. Ein Standort, der für gewöhnliche Sonnenbeobachtungen gut geeignet ist, muss deshalb für diesen Abend noch lange nicht passen.
Die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg hat verschiedene mögliche Beobachtungsplätze im Hochtaunus geprüft. Entscheidend war dabei vor allem eine möglichst freie Sicht nach Westen und Westnordwesten.
Unsere Übersicht der geprüften Standorte ist unter folgender Adresse zu finden:

https://sofi.agorion.de/alle-standorte
Die Übersicht dient ausschließlich als Orientierung für eine selbstständig organisierte Beobachtung. Wetter, Bewölkung, Dunst und örtliche Veränderungen können wir nicht vorhersagen. Bitte nehmen Sie an den Beobachtungsplätzen Rücksicht auf Anwohner, Landwirtschaft, Natur und Verkehr.
Wichtig: Keine öffentliche Beobachtungsveranstaltung der AG Orion
Die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg bietet am 12. August keine öffentliche Beobachtungsveranstaltung an. An den auf unserer Webseite genannten Standorten findet keine Betreuung durch die AG Orion statt. Eine Anmeldung oder Teilnahme an einer Vereinsveranstaltung ist daher nicht möglich.
Auch an der Volkssternwarte Hochtaunus wird es keine Sonnenfinsternisbeobachtung geben. Die hohen Bäume rund um das Gelände versperren die Sicht auf die tief stehende Sonne.
Unseren üblichen Beobachtungsplatz in Wehrheim Pfaffenwiesbach können wir für diese Sonnenfinsternis ebenfalls nicht empfehlen. Dort ist die Sicht in Richtung Westen nicht ausreichend frei.
Achtung bei der Beobachtung der tief stehenden Sonne
Bei dieser Sonnenfinsternis besteht eine besondere Gefahr. Die tief stehende Abendsonne wird durch die Erdatmosphäre abgeschwächt und erscheint häufig rötlicher und dunkler als hoch am Himmel. Dunst oder dünne Wolken können ihr Licht zusätzlich dämpfen.
Dadurch kann es passieren, dass die Sonne durch eine Sonnenfinsternisbrille nur sehr schwach oder überhaupt nicht mehr zu erkennen ist. Das darf keinesfalls dazu verleiten, die Brille abzunehmen und direkt in die Sonne zu schauen. Die Abschwächung durch Dunst, Wolken oder den tiefen Sonnenstand ist unbeständig und bietet keinen zuverlässigen Schutz vor Augenschäden.
Da die Sonnenfinsternis in Deutschland zu keinem Zeitpunkt total wird, darf die Sonne während des gesamten Ereignisses niemals ungeschützt betrachtet werden.
Für eine sichere Beobachtung gelten folgende Regeln:
- Zur Beobachtung mit bloßen Augen darf ausschließlich eine unbeschädigte Sonnenfinsternisbrille verwendet werden, die der internationalen Norm ISO 12312-2 entspricht.
- Normale Sonnenbrillen, Schweißgläser, Rettungsdecken, CDs, fotografische Filme und andere improvisierte Hilfsmittel sind nicht geeignet.
- Ferngläser, Teleskope und Kameraobjektive dürfen nur mit einem passenden und sicher befestigten Sonnenfilter verwendet werden, der vor dem Objektiv angebracht ist.
- Eine Sonnenfinsternisbrille darf niemals zusammen mit einem ungefilterten Fernglas oder Teleskop verwendet werden. Die gebündelte Strahlung kann die Filterfolie und das Auge innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen.
- Beschädigte, zerkratzte oder eingerissene Filter dürfen nicht mehr benutzt werden.
- Kinder sollten die Sonnenfinsternis nur unter Aufsicht beobachten.
Wenn die Sonne durch die Sonnenfinsternisbrille nicht mehr zu erkennen ist, muss die Beobachtung beendet werden. Der direkte Blick ohne Schutz ist keine sichere Alternative.
Warum diese Sonnenfinsternis so besonders ist
Die Sonnenfinsternis vom 12. August verbindet mehrere außergewöhnliche Umstände. In Spanien wird die Sonne vollständig bedeckt, während in unserer Region eine sehr schmale Sonnensichel kurz vor dem Untergang am Horizont steht. Gleichzeitig ist der Bedeckungsgrad deutlich größer als bei den von Deutschland aus sichtbaren Sonnenfinsternissen der vergangenen Jahre.
Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond stattfinden. Für die Beobachtung von Sternschnuppen ist das diesmal besonders günstig, denn in der folgenden Nacht stört kein Mondlicht.
Nach der Sonnenfinsternis kommen die Perseiden
Mit dem Sonnenuntergang endet der astronomische Abend noch nicht. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht auch der bekannte Sternschnuppenstrom der Perseiden sein Maximum. Unter idealen Bedingungen sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Die tatsächlich sichtbare Anzahl fällt jedoch meistens deutlich geringer aus.
Unter einem dunklen Himmel können zahlreiche Sternschnuppen erscheinen. Die besten Beobachtungsbedingungen ergeben sich in der Regel in der zweiten Nachthälfte, wenn das Sternbild Perseus und damit der scheinbare Ausgangspunkt der Meteore höher am Himmel stehen.
Für die Perseiden werden weder Teleskop noch Fernglas benötigt. Am besten sucht man sich einen dunklen Platz mit möglichst weitem Blick, gibt den Augen mindestens 20 Minuten Zeit zur Anpassung an die Dunkelheit und schaut entspannt in einen großen Bereich des Himmels.
Wenn das Wetter mitspielt, bietet der 12. August 2026 damit einen seltenen astronomischen Doppelabend. Zunächst eine tief stehende Sonnensichel am westlichen Horizont und wenige Stunden später Sternschnuppen unter einem mondlosen Nachthimmel.












