Partielle Sonnenfinsternis und Perseidenmaximum am 12. August 2026

Am kommenden Mittwoch, dem 12. August 2026, stehen uns gleich zwei astronomische Highlights bevor. Am Abend erleben wir eine tiefe partielle Sonnenfinsternis und in der folgenden Nacht zahlreiche Sternschnuppen beim Maximum der Perseiden.

Kurz vor Sonnenuntergang schiebt sich der Mond vor die Sonne und lässt von ihr nur noch eine schmale Sichel übrig. In Bad Homburg werden beim Maximum der Sonnenfinsternis rund 88 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche vom Mond bedeckt sein.

Noch eindrucksvoller wird die Sonnenfinsternis in Spanien. Dort verläuft der schmale Streifen der Totalität quer über den Norden des Landes und weiter über die Balearen. Innerhalb dieses Streifens bedeckt der Mond die Sonne für kurze Zeit vollständig. Dann wird die Sonnenkorona sichtbar und der Himmel verdunkelt sich. Für das spanische Festland ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Viele Menschen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern werden deshalb nach Spanien reisen.

Globaler Sichtbarkeitsbereich der Sonnenfinsternis am 12. August 2026 mit Totalitätszone und Gebiet der partiellen Finsternis
Globaler Sichtbarkeitsbereich der Sonnenfinsternis am 12. August 2026. Der schmale Streifen kennzeichnet die Zone der totalen Finsternis, der deutlich größere umgebende Bereich das Gebiet, in dem die Finsternis partiell zu sehen ist. Grafik: European Space Agency (ESA), Gestaltung: ATG Europe, CC BY-SA 3.0 IGO.
Karte von Spanien mit der Totalitätszone, der Dauer der totalen Phase und dem Bedeckungsgrad am 12. August 2026
Verlauf der totalen Sonnenfinsternis über Spanien. Die Grafik zeigt die Totalitätszone, die Dauer der totalen Phase und den maximalen Bedeckungsgrad außerhalb der Totalitätszone. Grafik: European Space Agency (ESA), Gestaltung: ATG Europe, CC BY-SA 3.0 IGO.

Wer im Hochtaunus bleibt, erlebt zwar keine totale, aber dennoch eine außergewöhnlich tiefe partielle Sonnenfinsternis. Mit einem Bedeckungsgrad von rund 88 Prozent ist sie wesentlich ausgeprägter als die in den vergangenen Jahren von Deutschland aus sichtbaren Sonnenfinsternisse.

Für Bad Homburg ergeben sich folgende Zeiten. Alle Angaben gelten in Mitteleuropäischer Sommerzeit und können je nach genauer Position geringfügig abweichen.

EreignisUhrzeit
Beginn der partiellen Sonnenfinsternisetwa 19:19 Uhr
Maximum der Finsternisetwa 20:13 Uhr
Sonnenuntergangetwa 20:50 Uhr
Rechnerisches Ende der Finsternisetwa 21:04 Uhr

Beim Maximum steht die Sonne nur noch knapp fünf Grad über dem Horizont im Westnordwesten. Das entspricht ungefähr einer halben Handbreit über dem Horizont bei ausgestrecktem Arm. Das rechnerische Ende der Finsternis ist in Bad Homburg nicht mehr zu sehen, da die Sonne bereits rund 14 Minuten zuvor untergegangen ist.

Bei freier Horizontsicht bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Eine sehr schmale Sonnensichel nähert sich dem Horizont und geht noch während der laufenden Finsternis unter. Je nach Beschaffenheit der Atmosphäre kann die Sichel dabei gelb, orange oder tiefrot erscheinen. Allerdings können Dunst, Wolken und Hindernisse am Horizont die Beobachtung auch vollständig verhindern.

Die tiefe Stellung der Sonne macht diese Sonnenfinsternis besonders reizvoll, aber auch schwierig zu beobachten. Gebäude, Bäume, Hügel oder entfernte Waldgebiete können bereits ausreichen, um die Sicht zu versperren. Ein Standort, der für gewöhnliche Sonnenbeobachtungen gut geeignet ist, muss deshalb für diesen Abend noch lange nicht passen.

Die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg hat verschiedene mögliche Beobachtungsplätze im Hochtaunus geprüft. Entscheidend war dabei vor allem eine möglichst freie Sicht nach Westen und Westnordwesten.

Unsere Übersicht der geprüften Standorte ist unter folgender Adresse zu finden:

Beobachtungsstandorte der AG Orion für die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026

https://sofi.agorion.de/alle-standorte

Die Übersicht dient ausschließlich als Orientierung für eine selbstständig organisierte Beobachtung. Wetter, Bewölkung, Dunst und örtliche Veränderungen können wir nicht vorhersagen. Bitte nehmen Sie an den Beobachtungsplätzen Rücksicht auf Anwohner, Landwirtschaft, Natur und Verkehr.

Wichtig: Keine öffentliche Beobachtungsveranstaltung der AG Orion

Die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg bietet am 12. August keine öffentliche Beobachtungsveranstaltung an. An den auf unserer Webseite genannten Standorten findet keine Betreuung durch die AG Orion statt. Eine Anmeldung oder Teilnahme an einer Vereinsveranstaltung ist daher nicht möglich.

Auch an der Volkssternwarte Hochtaunus wird es keine Sonnenfinsternisbeobachtung geben. Die hohen Bäume rund um das Gelände versperren die Sicht auf die tief stehende Sonne.

Unseren üblichen Beobachtungsplatz in Wehrheim Pfaffenwiesbach können wir für diese Sonnenfinsternis ebenfalls nicht empfehlen. Dort ist die Sicht in Richtung Westen nicht ausreichend frei.

Achtung bei der Beobachtung der tief stehenden Sonne

Bei dieser Sonnenfinsternis besteht eine besondere Gefahr. Die tief stehende Abendsonne wird durch die Erdatmosphäre abgeschwächt und erscheint häufig rötlicher und dunkler als hoch am Himmel. Dunst oder dünne Wolken können ihr Licht zusätzlich dämpfen.

Dadurch kann es passieren, dass die Sonne durch eine Sonnenfinsternisbrille nur sehr schwach oder überhaupt nicht mehr zu erkennen ist. Das darf keinesfalls dazu verleiten, die Brille abzunehmen und direkt in die Sonne zu schauen. Die Abschwächung durch Dunst, Wolken oder den tiefen Sonnenstand ist unbeständig und bietet keinen zuverlässigen Schutz vor Augenschäden.

Da die Sonnenfinsternis in Deutschland zu keinem Zeitpunkt total wird, darf die Sonne während des gesamten Ereignisses niemals ungeschützt betrachtet werden.

Für eine sichere Beobachtung gelten folgende Regeln:

  • Zur Beobachtung mit bloßen Augen darf ausschließlich eine unbeschädigte Sonnenfinsternisbrille verwendet werden, die der internationalen Norm ISO 12312-2 entspricht.
  • Normale Sonnenbrillen, Schweißgläser, Rettungsdecken, CDs, fotografische Filme und andere improvisierte Hilfsmittel sind nicht geeignet.
  • Ferngläser, Teleskope und Kameraobjektive dürfen nur mit einem passenden und sicher befestigten Sonnenfilter verwendet werden, der vor dem Objektiv angebracht ist.
  • Eine Sonnenfinsternisbrille darf niemals zusammen mit einem ungefilterten Fernglas oder Teleskop verwendet werden. Die gebündelte Strahlung kann die Filterfolie und das Auge innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen.
  • Beschädigte, zerkratzte oder eingerissene Filter dürfen nicht mehr benutzt werden.
  • Kinder sollten die Sonnenfinsternis nur unter Aufsicht beobachten.

Wenn die Sonne durch die Sonnenfinsternisbrille nicht mehr zu erkennen ist, muss die Beobachtung beendet werden. Der direkte Blick ohne Schutz ist keine sichere Alternative.

Warum diese Sonnenfinsternis so besonders ist

Die Sonnenfinsternis vom 12. August verbindet mehrere außergewöhnliche Umstände. In Spanien wird die Sonne vollständig bedeckt, während in unserer Region eine sehr schmale Sonnensichel kurz vor dem Untergang am Horizont steht. Gleichzeitig ist der Bedeckungsgrad deutlich größer als bei den von Deutschland aus sichtbaren Sonnenfinsternissen der vergangenen Jahre.

Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond stattfinden. Für die Beobachtung von Sternschnuppen ist das diesmal besonders günstig, denn in der folgenden Nacht stört kein Mondlicht.

Nach der Sonnenfinsternis kommen die Perseiden

Mit dem Sonnenuntergang endet der astronomische Abend noch nicht. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht auch der bekannte Sternschnuppenstrom der Perseiden sein Maximum. Unter idealen Bedingungen sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Die tatsächlich sichtbare Anzahl fällt jedoch meistens deutlich geringer aus.

Unter einem dunklen Himmel können zahlreiche Sternschnuppen erscheinen. Die besten Beobachtungsbedingungen ergeben sich in der Regel in der zweiten Nachthälfte, wenn das Sternbild Perseus und damit der scheinbare Ausgangspunkt der Meteore höher am Himmel stehen.

Für die Perseiden werden weder Teleskop noch Fernglas benötigt. Am besten sucht man sich einen dunklen Platz mit möglichst weitem Blick, gibt den Augen mindestens 20 Minuten Zeit zur Anpassung an die Dunkelheit und schaut entspannt in einen großen Bereich des Himmels.

Wenn das Wetter mitspielt, bietet der 12. August 2026 damit einen seltenen astronomischen Doppelabend. Zunächst eine tief stehende Sonnensichel am westlichen Horizont und wenige Stunden später Sternschnuppen unter einem mondlosen Nachthimmel.

Erfolgreiche Beobachtung des Asteroiden (152637) 1997 NC1 durch Vereinsmitglieder

Gestern, am 27. Juni 2026, kam der erdnahe Asteroid (152637) 1997 NC1 der Erde besonders nahe. Er passierte unseren Planeten in einer Entfernung von rund 2,56 Millionen Kilometern, was etwa 6,7 Mondentfernungen entspricht. Eine Gefahr für die Erde bestand dabei jedoch nicht.

Unsere Mitglieder nutzten gleich die Gelegenheit, um den Asteroiden in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 2026 zu beobachten, zu fotografieren und seine Bewegung in einer Animation festzuhalten. Auf den Aufnahmen ist gut zu erkennen, wie sich 1997 NC1 innerhalb weniger Minuten vor dem Sternhintergrund bewegt.

Zur Zeit der größten Annäherung erreichte der Asteroid eine scheinbare Helligkeit von etwa 10 mag und war damit bereits mit kleineren Teleskopen erreichbar. Die Beobachtung blieb dennoch anspruchsvoll, da der fast volle, in der Nähe stehende Mond die Sichtbarkeit beeinträchtigte.

Durch seine schnelle scheinbare Bewegung hob sich der Asteroid deutlich vom Sternhintergrund ab. Auf Einzelaufnahmen erscheint er als kurze Spur, während die Sterne punktförmig bleiben. In einer Bildsequenz wird seine Bewegung besonders anschaulich sichtbar.

Bild 1: Die Bewegung von 1997 NC1 während der Beobachtung. Die markierte Spur zeigt, wie weit sich der Asteroid innerhalb kurzer Zeit vor dem Sternhintergrund weiterbewegte. Aufnahme: Ramon Görke.
Bild 2: Animation der Bewegung von 1997 NC1, aufgenommen von Benno Schneider (Vorsitzender) mit einem Seestar S30 Pro aus dem Fenster in Richtung Mond. Die Sequenz besteht aus 95 Einzelaufnahmen mit je 10 Sekunden Belichtungszeit und entstand zwischen 01:15:21 und 01:38:19 Uhr. Trotz der schwierigen Bedingungen ist die Bewegung des Asteroiden deutlich erkennbar.

1997 NC1 wurde am 5. Juli 1997 im Rahmen des NEAT-Suchprogramms auf Hawaii entdeckt. Seitdem wird seine Bahn regelmäßig verfolgt. Er gehört zur Gruppe der erdnahen Asteroiden und ist als potenziell gefährlicher Asteroid (PHA) klassifiziert. Diese Einstufung bedeutet jedoch keine akute Gefahr, sondern beschreibt Objekte, die der Erdbahn vergleichsweise nahekommen können und groß genug sind, um besonders sorgfältig überwacht zu werden.

1997 NC1 gehört zum Aten-Typ, einer Gruppe erdnaher Asteroiden, deren Umlaufbahnen größtenteils innerhalb der Erdbahn verlaufen, die der Erde aber dennoch nahekommen können. Für einen vollständigen Umlauf um die Sonne benötigt 1997 NC1 etwa 293,81 Tage. Sein sonnennächster Punkt liegt bei etwa 0,685 AE, sein sonnenfernster Punkt bei etwa 1,045 AE.

Der Durchmesser des Asteroiden wird auf etwa 750 bis 1650 Meter geschätzt. Diese große Spanne hängt vor allem mit dem noch nicht genau bekannten Rückstrahlvermögen der Oberfläche zusammen. Neuere Daten deuten darauf hin, dass 1997 NC1 bei einer hohen Albedo auch kleiner als ein Kilometer sein könnte.

Der Vorbeiflug war auch aus wissenschaftlicher Sicht bemerkenswert. Es war die nächste Begegnung von 1997 NC1 mit der Erde seit mindestens gut 400 Jahren. Eine ähnlich nahe Annäherung wird erst wieder im Jahr 2133 erwartet.

Besonders spannend waren auch die Radar-Beobachtungen im Juni 2026. Sie erlaubten einen Blick auf Eigenschaften, die im Teleskop verborgen bleiben: Größe, Form, Oberfläche und Rotation des Asteroiden. Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass 1997 NC1 langsam rotiert und ein auffallend gegliedertes Objekt ist.

Unsere Aufnahmen machen eindrucksvoll sichtbar, wie lebendig das Sonnensystem ist. Mit guter Vorbereitung, passender Technik und Beobachtungserfahrung gelang es unseren Mitgliedern, diesen schnellen Besucher aus astronomisch geringer Entfernung festzuhalten.

AG Orion bei „hallo hessen“ im hr-fernsehen

Unser Vorsitzender Benno Schneider war heute, am 12. Juni 2026, zu Gast beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt. In der hr-Nachmittagssendung „hallo hessen“ stellte er bei Moderatorin Selma Üsük die Arbeit der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. und der Volkssternwarte Hochtaunus vor.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Freude an der Astronomie, das gemeinsame Beobachten und die Begeisterung für den Blick in den Sternenhimmel. Benno berichtete von unseren öffentlichen Beobachtungsabenden, vom Beobachtungsplatz in Wehrheim-Pfaffenwiesbach, von der Volkssternwarte Hochtaunus sowie von Beobachtungsorten wie Vogelsberg und Rhön. Er erzählte, was unseren Verein ausmacht: astronomisches Wissen zu vermitteln, Interesse für Naturwissenschaften zu wecken und die Faszination des Sternenhimmels gemeinsam zu teilen.

Anhand von Astrofotos aus unserem AG-Orion-Wandkalender stellte Benno verschiedene Himmelsobjekte vor, darunter die Andromedagalaxie. Zur Sprache kamen außerdem Sternbilder, die Milchstraße, Entfernungen im Weltall, Quasare, Polarlichter sowie die Frage, woher die Faszination für die Astronomie eigentlich kommt.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Beobachtung der Sonne. Benno erklärte, was Sonnenflecken und Protuberanzen sind, und wies besonders auf die notwendige Sicherheit bei der Sonnenbeobachtung hin. Außerdem ging es um kommende Himmelereignisse wie die partielle Sonnenfinsternis und die Perseiden-Sternschnuppen am 12. August 2026.

Ausschnitte aus der Sendung:

Teil 1, Sendung von 16:00 bis 16:45 Uhr: Benno Schneider ab 31:53 bis 39:23


Teil 2, Sendung von 17:00 bis 17:45 Uhr: Benno Schneider ab 38:08 bis 45:34


Die komplette Sendung ist in der hr-Mediathek abrufbar (Teil 1 und Teil 2).

AG Orion Themenabend am 20. Mai 2026: „Bricks in Space – Astronomie und Raumfahrt mit Noppensteinmodellen erklärt“

Am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, laden wir zu unserem nächsten Themenabend ein. Der Vortrag von Oliver Debus beginnt um 20 Uhr und findet im Vereinshaus Dornholzhausen, Saalburgstraße 158, 61350 Bad Homburg, statt. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die weitere Ausstattung der Volkssternwarte Hochtaunus wird gebeten.

Wie lassen sich die Bewegungen der Planeten, die Geschichte der Mondlandung oder die Erforschung des Sonnensystems anschaulich erklären? Oliver Debus zeigt in seinem Vortrag, dass dies mit Noppensteinmodellen hervorragend gelingen kann. Unter dem Titel „Bricks in Space: Astronomie und Raumfahrt mit Noppensteinmodellen erklärt“ verbindet er zwei Leidenschaften: Astronomie und das kreative Bauen mit Bausteinen.

Anhand zahlreicher Modelle nimmt Oliver Debus die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise von den Grundlagen des astronomischen Weltbildes bis zur modernen Raumfahrt. Dabei erklärt er unter anderem das geozentrische und das heliozentrische Weltbild, zeigt anschauliche Modelle zur Bewegung der Planeten und widmet sich der Beobachtung mit Teleskopen und in Sternwarten.

Auch die Reise zum Mond spielt eine wichtige Rolle: Von den historischen Apollo-Missionen bis zum Artemis-Programm werden Meilensteine der Mondforschung mit Modellen nacherlebbar gemacht. Zum Abschluss führt der Blick hinaus ins Sonnensystem – zu Marsrovern, zur Cassini-Sonde am Saturn und zu den Voyager-Sonden auf ihrem Weg in die äußeren Bereiche unseres Planetensystems.

Der Vortrag richtet sich an alle, die sich für Astronomie, Raumfahrt oder kreative Noppensteinmodelle interessieren. Gäste sind herzlich willkommen.

Bitte alle mitmachen beim: Wissenschaftlich-romantisches Sterne gucken

Die Mitmach-Aktion „Globe at Night“ im Rahmen der International Dark Sky Week lädt zum Blick in den Nachthimmel und Sterne zählen für die Forschung ein

Die Internationale Dark Sky Week vom 13. bis 20. April 2026 soll das Bewusstsein für die Wichtigkeit natürlich dunkler Nächte mit Mond- und Sternenlicht für Mensch und Tierwelt stärken. Und natürlich auch für die Schönheit der Nacht mit ihrem bestirnten Himmel.

Im Rahmen dieser Woche findet auch wieder die globale Mitmachaktion „Globe at Night“ statt. Ziel ist es, in klaren Nächten anhand der Sichtbarkeit von Sternen bestimmter Sternbilder die Himmelshelligkeit zu bestimmen und so zur Forschung beizutragen. Ein kurzer Blick in den Nachthimmel und eine einfache Schritt-für-Schritt Online-Meldung genügen, um die Lichtverschmutzung zu messen und weltweit zu erfassen. Auf diese Weise entsteht eine aktuelle globale Karte der nächtlichen Himmelshelligkeit. Im Jahr 2024 wurden weltweit über 14.000 Eingaben verzeichnet; für 2026 sind 20.000 Beobachtungen das Ziel.

Ein Projekt für alle und überall

„Globe at Night“ ist eines der größten Citizen-Science-Projekte zum Thema Lichtverschmutzung, u.a. der weltweiten Organisation Dark Sky International. Die gesammelten Daten helfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Veränderungen der nächtlichen Himmelshelligkeit zu verstehen und die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Natur, Umwelt und Gesundheit besser zu untersuchen. Sammlung Auswirkungen von Kunstlicht bei Nacht – Naturnacht Fulda-Rhön

Und so geht das Mitmachen:

  1. Mit dem Smartphone ruft man die Seite Globe at Night https://app.globeatnight.org/ auf. Zunächst gibt man Datum und Standort an. Das ist wichtig, denn sonst bekommt man den Sternenhimmel eventuell spiegelverkehrt angezeigt.
  2. Als nächstes wählt man unter Nr. 4 eines der zur Auswahl stehenden Sternbilder aus. Jetzt im April bietet sich vor allem das Sternbild Löwe an. Es helfen beim Auffinden am Firmament Aufsuchkarten im Internet oder unsere Himmelsvorschau: Himmelsvorschau des Sternenpark Rhön | Biosphärenreservat Rhön.
  1. Es wird dann der zum gewählten Sternbild Löwe zugehörige Himmelsausschnittes angezeigt. Darunter erscheinen kleinere Grafiken des Himmelsausschnitts mit jeweils unterschiedlich vielen Sternen. Man wählt die Karte aus, die der Anzahl der sichtbaren Sterne am jeweiligen Standort am nächsten kommt.
  1. Dann noch den Grad der Bewölkung zum Zeitpunkt der Beobachtung wählen – und ab mit der Sternenpost für die Wissenschaft.
  2. Tipp: Am besten an unterschiedlichen Standorten wiederholen.

Unter https://globeatnight.org/ findet man Infos zu den Hintergründen, zur Lichtverschmutzung und findet interaktive Karte

Fulda-Rhön, 10.04.2026, Redaktion: S. Frank

Astronomietag am 28. März 2026 an der Volkssternwarte Hochtaunus: Der Mond mit Goldenem Henkel


Am Samstag, den 28. März 2026, findet wieder der bundesweite Astronomietag statt. An diesem Tag bieten Sternwarten, Vereine, Planetarien, Forschungsinstitute, Museen, Schulen und weitere Veranstalter im gesamten deutschsprachigen Raum vielfältige Aktivitäten an. Ziel ist es, einer breiten Öffentlichkeit die Astronomie näherzubringen und den Sternhimmel live erlebbar zu machen. Der Astronomietag wird bundesweit von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) koordiniert.

Auch die AG Orion beteiligt sich erneut am Astronomietag und öffnet die Volkssternwarte Hochtaunus für die Öffentlichkeit. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, gemeinsam mit uns den Frühlingshimmel zu erkunden und einen Blick durch die Teleskope der Sternwarte zu werfen.

Der Astronomietag 2026 steht ganz im Zeichen des Mondes. Besonders eindrucksvoll ist an diesem Abend der sogenannte Goldene Henkel. Dabei handelt es sich um eine auffällige, bogenförmig beleuchtete Bergkette am Rand der Regenbogenbucht auf dem Mond. Dieses Schauspiel entsteht an der Tag-Nacht-Grenze auf der Mondoberfläche und ist besonders reizvoll mit Ferngläsern und Teleskopen zu beobachten. In diesem Jahr sind die Bedingungen günstig, da der zunehmende Mond in der ersten Nachthälfte hoch am Himmel steht.

Neben dem Mond lohnt sich auch der Blick auf den Planeten Jupiter. Im Teleskop sind zudem seine vier großen galileischen Monde zu erkennen. Darüber hinaus bietet der Himmel Ende März einen schönen Übergang von den Winter- zu den Frühlingssternbildern.

Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Da die Durchführung von der Witterung abhängt, geben wir am Veranstaltungstag bis spätestens 15:00 Uhr hier auf der Homepage bekannt, ob der Beobachtungsabend stattfinden kann.

Der Eintritt ist frei. Alle, die sich für Astronomie interessieren, sind herzlich eingeladen, mit uns den Mond, Jupiter und den Frühlingssternhimmel an der Volkssternwarte Hochtaunus zu beobachten.

Frühlingshimmel mit Mond und Jupiter über der Volkssternwarte Hochtaunus zum Astronomietag. Quelle: SkySafari-App
Der Mond mit dem Goldenen Henkel zum Astronomietag. Der Goldene Henkel ist oben links im Bild zu sehen. Quelle: NASA
Jupiter am Astronomietag mit drei der vier galileischen Monde. Quelle: SkySafari-App

AG Orion Themenabend am 11. Februar 2026: „Wie man Schwarze Löcher sichtbar macht – Ein Blick in die Welt der Radioastronomie“

Am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, laden wir zu unserem nächsten Themenabend ein. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr und findet im Vereinshaus Dornholzhausen, Saalburgstraße 158, 61350 Bad Homburg, statt. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die weitere Ausstattung der Volkssternwarte Hochtaunus wird gebeten.

Radioteleskope eröffnen einen Blick auf ein Universum, das unseren Augen verborgen bleibt. In Radiowellen werden kalte Gaswolken, gewaltige Magnetfelder und die unmittelbare Umgebung Schwarzer Löcher hör- und messbar und erweitern unser Verständnis des Kosmos weit über das sichtbare Licht hinaus.

Weltweite Teleskopnetze wie das Event Horizon Telescope haben gezeigt, dass sich mit Radioastronomie selbst die Grenzen von Raum und Zeit sichtbar machen lassen. Das erste Bild eines Schwarzen Lochs markierte dabei nicht nur einen wissenschaftlichen Meilenstein, sondern auch den Beginn einer neuen Entwicklungsstufe.

Zukünftige Projekte wie das next generation Event Horizon Telescope versprechen deutlich schärfere Einblicke und erstmals zeitlich aufgelöste Beobachtungen dieser extremen Objekte. Fortschritte in Antennen-, Empfänger- und Systemtechnik sind der Schlüssel zu diesen Entwicklungen.

Lutz Stenvers, CEO der mtex antenna technology gmbh in Wiesbaden, lädt dazu ein, die Faszination der Radioastronomie zu entdecken und nachzuvollziehen, wie moderne Technologie unser Bild vom Universum immer weiter erweitert.