Nur 16 Tage nach der Sonnenfinsternis vom 12. August folgt beim nächsten Vollmond bereits die nächste Finsternis. Das ist kein Zufall, denn Sonnen- und Mondfinsternisse treten häufig im Abstand von etwa zwei Wochen innerhalb derselben Finsternissaison auf.
Am frühen Freitagmorgen, dem 28. August 2026, erwartet uns deshalb eine außergewöhnlich tiefe partielle Mondfinsternis. Beim Maximum befinden sich rund 96 Prozent der Fläche der Mondscheibe im Kernschatten der Erde. Nur ein sehr schmaler Teil des Mondes bleibt direkt vom Sonnenlicht beleuchtet.
Von Bad Homburg und dem Hochtaunus aus können wir beobachten, wie der Vollmond immer weiter in den Erdschatten eintaucht. Das Maximum wird gegen 6:13 Uhr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond allerdings nur noch etwa 3,5 Grad über dem Horizont im Westsüdwesten. Kurz darauf geht er noch während der laufenden Finsternis unter.
Die Mondfinsternis ist unter anderem in Europa, Afrika sowie Nord- und Südamerika zu sehen. Beobachter in Amerika können große Teile des Ereignisses hoch am Himmel verfolgen. In Deutschland findet die Finsternis dagegen in den frühen Morgenstunden statt, während sich der Mond bereits dem westlichen Horizont nähert.

Verlauf der Mondfinsternis in Bad Homburg
Für Bad Homburg ergeben sich folgende Zeiten. Alle Angaben gelten in Mitteleuropäischer Sommerzeit und können je nach genauer Position geringfügig abweichen.
| Ereignis | Uhrzeit |
|---|---|
| Eintritt des Mondes in den Halbschatten | etwa 3:23 Uhr |
| Beginn der partiellen Mondfinsternis | etwa 4:33 Uhr |
| Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung | etwa 5:59 Uhr |
| Maximum der Finsternis | etwa 6:12 Uhr |
| Sonnenaufgang | etwa 6:34 Uhr |
| Monduntergang | etwa 6:41 Uhr |
| Rechnerisches Ende der partiellen Phase | etwa 7:51 Uhr |
Beim Eintritt in den Halbschatten gegen 3:23 Uhr ist zunächst kaum eine Veränderung zu erkennen. Der Mond wirkt möglicherweise auf einer Seite etwas matter oder leicht grau. Deutlich sichtbar wird die Finsternis erst ab etwa 4:33 Uhr, wenn der Mond in den dunkleren Kernschatten der Erde eintritt.
Zu diesem Zeitpunkt steht er noch rund 16 Grad hoch im Südwesten. Anschließend sinkt er immer tiefer und wandert dabei in Richtung Westsüdwesten. Beim Maximum gegen 6:12 Uhr beträgt seine Höhe nur noch etwa 3,5 Grad bei einem Azimut von ungefähr 249 Grad.
Der Mond geht gegen 6:41 Uhr unter, obwohl er sich dann noch immer tief im Kernschatten der Erde befindet. Das rechnerische Ende der partiellen Phase um 7:51 Uhr ist bei uns daher nicht mehr zu sehen.
Fast eine totale Mondfinsternis
Obwohl diese Mondfinsternis als partiell bezeichnet wird, ist sie nur knapp von einer totalen Finsternis entfernt. Beim Maximum befinden sich rund 96 Prozent der Fläche der Mondscheibe im Kernschatten. Lediglich eine schmale helle Sichel bleibt außerhalb des dunkelsten Teils des Erdschattens. Nirgendwo auf der Erde tritt der Mond diesmal vollständig in den Kernschatten ein.
Warum sich der Mond rötlich färben kann
Der im Kernschatten liegende Teil des Mondes wird nicht vollständig unsichtbar. Ein Teil des Sonnenlichts wird in der Erdatmosphäre gestreut und gebrochen. Vor allem rötliches Licht gelangt durch die Atmosphäre hindurch und wird in den Erdschatten gelenkt.
Dadurch kann der verfinsterte Teil des Mondes dunkelrot, kupferfarben oder bräunlich erscheinen. Welche Farbe tatsächlich sichtbar wird, hängt unter anderem vom Zustand der Erdatmosphäre ab. Staub, Dunst und Wolken beeinflussen die Helligkeit und Färbung.
Bei dieser Mondfinsternis kommt eine weitere Schwierigkeit hinzu. Während sich der Mond dem Horizont nähert, wird der Morgenhimmel bereits heller. Die bürgerliche Morgendämmerung beginnt in Bad Homburg gegen 5:59 Uhr, der Sonnenaufgang folgt gegen 6:34 Uhr. Beim Maximum steht der fast vollständig verfinsterte Mond deshalb tief über dem Horizont in einem bereits deutlich aufgehellten Himmel. Seine rötliche Färbung kann dadurch weniger auffällig erscheinen.
Freie Sicht nach Westsüdwesten erforderlich
Für die Beobachtung ist ein Standort mit freier Sicht nach Südwesten und Westsüdwesten erforderlich. Besonders wichtig ist der Bereich zwischen etwa 245 und 255 Grad. Gebäude, Bäume, Hügel oder entfernte Waldgebiete können den tief stehenden Mond kurz vor dem Maximum verdecken.
Die Höhe eines Beobachtungsplatzes allein ist dabei nicht entscheidend. Wichtiger ist, wie tief der tatsächliche Horizont in der betreffenden Richtung liegt. Auch Dunst und tief stehende Wolken können die Sicht erschweren oder vollständig verhindern.
Einige der zur Sonnenfinsternis am 12. August 2026 von uns geprüften Standorte könnten grundsätzlich auch für die Mondfinsternis geeignet sein. Beim Maximum der Sonnenfinsternis stand die Sonne bei einem Azimut von ungefähr 288 Grad im Westnordwesten. Der Mond steht diesmal mit etwa 249 Grad deutlich weiter südlich im Westsüdwesten.
Unser üblicher Beobachtungsplatz in Wehrheim-Pfaffenwiesbach ist auch für diese Finsternis voraussichtlich nicht geeignet, da die Sicht zum tiefen westlichen Horizont nicht ausreichend frei ist.
Mondfinsternisse können gefahrlos beobachtet werden
Anders als bei einer Sonnenfinsternis besteht bei einer Mondfinsternis keine Gefahr für die Augen. Der Mond kann während des gesamten Ereignisses ohne Schutz betrachtet werden.
Die Finsternis lässt sich bereits mit bloßen Augen beobachten. Ein Fernglas oder Teleskop zeigt die Grenze des Erdschattens und die unterschiedlichen Farbtöne auf der Mondoberfläche noch deutlicher.
Warum die Mondfinsternis kurz nach der Sonnenfinsternis stattfindet
Die Mondfinsternis folgt nur 16 Tage nach der Sonnenfinsternis vom 12. August. Beide Ereignisse gehören zu derselben Finsternissaison.
Rund zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis bei Neumond befindet sich der Mond bei Vollmond auf der gegenüberliegenden Seite der Erde. Da er sich noch nahe genug an einem Schnittpunkt seiner Bahn mit der Erdbahnebene befindet, durchquert er diesmal den Schatten der Erde.
Nach der tief stehenden Sonnensichel am Abend des 12. August erwartet uns deshalb am Morgen des 28. August ein fast vollständig verfinsterter Vollmond kurz vor seinem Untergang.
Weitere Informationen und eine Animation des Verlaufs bietet das Scientific Visualization Studio der NASA. Die örtlichen Zeiten und Positionen für Bad Homburg können ebenfalls online abgerufen werden.














