Workshop „Teleskope justieren“

Gestern Abend waren die Mitglieder der AG Orion zu einem Workshop ins Peter-Schall-Haus, direkt neben der neuen Sternwarte, eingeladen.

An diesem Abend drehte sich alles um das richtige Justieren eines Spiegelteleskops. Astrofotograf und Vereinsmitglied Matthias Steiner zeigte zu Beginn des Abends einige seiner sehr gelungenen selbst aufgenommenen Deep Sky Aufnahmen. Die interessierten Zuhörer erfuhren einiges über die Zusammenhänge und Auswirkungen, die bei einem schlecht justierten Teleskop zu sehen sind und lernten, wie man es richtig kollimiert, um das Optimum aus dem optischen Instrument herauszuholen.

Im zweiten Teil des Workshops konnte dann jeder selbst Hand anlegen und das Justieren an den mitgebrachten eigenen Teleskopen in der Praxis üben, während Matthias Steiner mit vielen Praxistipps helfend zur Seite stand.

Neben den althergebrachten Justiermethoden mit Filmdose, verschiedenen Justierokularen oder dem weit verbreiteten Justierlaser, wurden auch neuere Methoden mit Justagekamera und Laptop vorgestellt und über die Funktionsweise, deren Vor- und Nachteile, sowie Grenzen der verschiedenen Methoden gesprochen.

Nach längerer coronabedingter Pause freuten sich die Mitglieder, endlich einmal wieder zu einem persönlichen Treffen zusammenkommen und sich sehen zu können. Natürlich nutzten alle zu Beginn die Gelegenheit, einen kurzen Blick in die Sternwarte zu werfen und sich über den schon weit fortgeschrittenen Stand der Installationsarbeiten zu informieren.

Die Teilnehmer zeigten sich am Ende des Abends sehr zufrieden mit dem Workshop und den dabei erworbenen Kenntnissen, ihre Teleskope nun selbstständig justieren zu können.

Ein herzliches Dankeschön an Matthias Steiner und allen, die den Workshop ermöglicht und in die Tat umgesetzt haben.

Mitglied werden / Spenden

Sie möchten die Arbeit der AG Orion unterstützen? Sie möchten Kontakt zu anderen Amateurastronomen knüpfen und im Verein mitarbeiten? Dann werden Sie jetzt Mitglied der AG Orion.

Für die weitere Ausstattung und den Betrieb unserer neuen Sternwarte freuen wir uns über Spenden. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt, so dass Sie Zuwendungen steuerlich geltend machen können.

IBAN: DE30 5125 0000 0001 0574 80 
BIC: HELADEF1TSK
Taunus Sparkasse



PayPal Spendenbutton

24. Dezember: Heiligabend

Am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, finden sich gleich zwei Motive in unserem AG Orion Adventskalender:

Der Weihnachtsbaum Sternhaufen NGC 2264, passend zum bevorstehenden Weihnachtsfest, befindet sich in ca. 2.500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn, das am 18. Januar 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde:

Foto: Matthias Steiner

…und, wie könnte es anders sein das zweite Motiv: unsere neue Volkssternwarte Bad Homburg:

Das seit vielen Jahren geplante Projekt konnte in diesem Jahr endlich Wirklichkeit werden: mit dem Bau der Beobachtungsterrasse, des Steuercontainers, des Kuppelfundamentes und schließlich mit der Anlieferung der neuen Baader AllSky Kuppel samt Montierung ging ein großer Traum in Erfüllung: wahrscheinlich das schönste Weihnachtsgeschenk für alle.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Sponsoren, die vielen fleißigen Hände, die im Hintergrund so viele Arbeiten verrichtet haben, der Politik und den Entscheidungsträgern für die Unterstützung und nicht zuletzt dem Vereinsvorstand und allen Mitgliedern für ihre Arbeit und Unterstützung, ohne die unser Projekt nicht Realität geworden wäre.

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Ihre AG Orion

!! FROHE WEIHNACHTEN !!

Krippe in der kath. St. Laurentiuskirche Usingen

23. Dezember: Eule & Krebs

Hinter dem 23. Türchen zeigen sich zwei weitere sehr sehenswerte Himmelsobjekte:

Eulennebel

Auf dem ersten Bild zeigt sich ein blauer Nebel mit einem Gesicht: der Eulennebel. Der planteraische Nebel trägt die Katalognummer M97 und befindet sich im Sternbild des Großen Bären.

Links zu erkennen ist die Galaxie M108, die eine Entfernung von rund 34 Mio. Lichtjahren zu unserer Milchstraße hat. Sie wurde im Jahr 1781 vom französischen Astronomen Pierre Méchain entdeckt.

Foto: Matthias Steiner

Krebsnebel

Der Krebsnebel im Sternbild Stier (M 1 bzw. NGC 1952) ist der Überrest der im Jahr 1054 von chinesischen Hofastronomen beobachteten Supernova, in dem sich ein Pulsarwind-Nebel gebildet hat. Er befindet sich im Perseus-Arm der Milchstraße und ist etwa 6300 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Der mit fast 1500 Kilometer pro Sekunde expandierende Nebel ist von ovaler Gestalt. In seinem Zentrum befindet sich der aus dem explodierten Ursprungsstern hervorgegangene Neutronenstern, der etwa 30 mal pro Sekunde um seine Achse rotiert und im Radiofrequenzbereich sowie im optischen, Röntgen- und Gammafrequenzbereich als Pulsar nachweisbar ist. Der Neutronenstern hat etwa die Masse der Sonne bei einem Durchmesser von nur etwa 30 km, eine 180.000-fache Dichte der Sonne, eine Temperatur von 500.000 Kelvin sowie die 30.000-fache Energieemission der Sonne. Der ihn umgebende Nebel ist von Filamenten durchzogen, die aus den äußeren Schalen des Ursprungssterns entstanden sind und zum größten Teil aus ionisiertem Wasserstoff und Helium bestehen. Hinzu kommen kleinere Anteile von Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Eisen, Neon und Schwefel, teilweise auch in Form von Staub.

Wegen seiner geringen scheinbaren Helligkeit kann der Krebsnebel nur durch Teleskope beobachtet werden. Er gehört zu den am intensivsten in der Astronomie erforschten Objekten.

Die Bilder zeigen den „Krebsnebel“ M 1 im Sternbild Stier. Sie entstanden aus einer im März 2021 mit einem über das Internet ferngesteuerten Teleskop in Namibia mit 500 mm Öffnung und 3420 mm Brennweite und einer monochromen CCD-Kamera angefertigten Aufnahmeserie. Insgesamt wurden 35 Einzelbilder à 300 Sekunden mit Hα-, [OIII]- und [SII]-Schmalbandfiltern belichtet und zu einem HO-Bicolorbild und einem sogenannten SHO-Falschfarbenbild (Hubble-Palette) kombiniert, Gesamtbelichtungszeit 2,92 Stunden. Fotos: Bernhard Strauch

21. Dezember: Blasennebel

Wie gemalt zeigen sich die Aufnahmen des Blasennebels (NGC 7635) im Sternbild der Kassiopia, die wir hinter dem vierten Türchen unseres AG Orion Adventskalenders bereits vorgestellt haben.

Der rund 7.100 Lichtjahre von der Erde entfernte Emissionsnebel befindet sich in der Nähe des offenen Sternhaufens M52.

Foto: Norbert Hatzke
Foto: Matthias Steiner
Foto: Frank Unger

20. Dezember: Propeller & Centaurus

Auch das 20. Türchen öffnet uns wieder den Blick auf weitere tolle Objekte:

Propellernebel

Im Sternbild Schwan befindet sich ein sehr sehenswertes Himmelsobjekt: Simeis 57, der Propeller Nebel, der aussieht wie ein Flugzeugpropeller und ihm seinen gab. Er ist im folgenden Bild rechts oben zu erkennen. Unten links bläulich schimmernd findet sich der Reflexionsnebel NGC 6914:

Foto: Matthias Steiner

Centaurus Galaxien

Das folgende Bild zeigt die sogenannte „Centaurus A Galaxie“ NGC 5128 im Sternbild Centaurus am Südhimmel. Es entstand aus einer im März 2021 mit einem über das Internet ferngesteuerten Teleskop in Namibia mit 500 mm Öffnung und 3420 mm Brennweite und einer monochromen CCD-Kamera angefertigten Aufnahmeserie. Für die Datengewinnung haben drei Mitglieder der AG Orion zusammengearbeitet.

NGC 5128 ist eine starke Radioquelle und gehört neben der etwa gleich hellen Galaxie Messier 81 zu den scheinbar hellsten Galaxien außerhalb der Lokalen Gruppe und damit zur Gruppe der hellsten extragalaktischen Objekte am Himmel. Die Entfernungsangaben variieren zwischen 10 und 17 Millionen Lichtjahren.

Centaurus A ist die nächstgelegene Radiogalaxie und die dritthellste Radioquelle am Himmel. Ihr charakteristisches optisches Merkmal ist dabei das deutlich sichtbare Staubband, das die Galaxie durchquert. Außerdem ist sie eine starke Quelle von Röntgen- und Gammastrahlung. Aus dem Kern heraus wird ein relativistischer Jet emittiert. Durch ihre Nähe ist sie eine der am besten untersuchten aktiven Galaxien. Im Zentrum wird ein Schwarzes Loch mit einer Masse von 55 Millionen Sonnenmassen vermutet. Die ungewöhnliche Aktivität von Centaurus A lässt sich dadurch erklären, dass sie vor einigen 100 Millionen Jahren eine Kollision mit einer kleinen Spiralgalaxie hatte und diese vollständig aufnahm. Dadurch gab es eine heftige Sternentstehungsphase. Zudem wurden Gasmassen aus ihren ursprünglichen Bahnen abgelenkt und sammelten sich teilweise um das Schwarze Loch im Zentrum an.

Es entstand aus einer im März 2021 mit einem über das Internet ferngesteuerten Teleskop in Namibia mit 500 mm Öffnung und 3420 mm Brennweite und einer monochromen CCD-Kamera angefertigten Aufnahmeserie. Insgesamt wurden aus Einzelbildern à 300 Sekunden 7,8 Stunden Belichtungszeit mit verschiedenen Filtern gesammelt und zu einem (L)RGB-Farbbild kombiniert. Für die Datengewinnung haben drei Mitglieder der AG Orion zusammengearbeitet.

19. Dezember: Sadr & Schiffskiel

Sadr

Der Name Sadr stammt aus dem arabischen und bedeutet soviel wie „Brust der Henne“: es ist der Name eines Sterns im Schwan und er ist rund 1.800 Lichtjahre von uns entfernt. Der Schwan befindet sich mitten im Band der Milchstraße und beherbergt einige lohnende Deep Sky Objekte. Die Region rund um den Stern Sadr ist so ein lohnendes Fotomotiv: Nebelstrukturen und eine Unzahl an Sternen unserer Heimatgalaxie zeigen sich auf den Aufnahmen:

Sadr Region aufgenommen am 18. Juli 2021, Sigma Art 135mm Objektiv, Canon EOS 700Da, knapp 4 Stunden Belichtungszeit, Foto: Markus Drexelius

Oben im rechten Bereich findet sich der Crescentnebel, den wir bereits hinter dem 10. Türchen gefunden haben. In der oberen rechten Bildecke der offene Sternhaufen NGC 6883.

Kiel des Schiffs (Carina)

Der Carinanebel, auch Eta-Carinae-Nebel genannt, ist ein Emissionsnebel. Der Nebel ist eine der größten HII-Regionen der Galaxis und befindet sich in einer Entfernung von etwa 6.500 Lichtjahren von der Erde. Er erstreckt sich über etwa 200–300 Lichtjahre.

Das bekannteste Einzelobjekt im Carinanebel ist der veränderliche Stern η (Eta) Carinae, der Teil des offenen Haufens Trumpler 16 ist. Eta Carinae – wahrscheinlich ein Doppelstern – gehört zu den massereichsten bekannten Sternen und ist ein Kandidat für eine in astronomisch naher Zukunft bevorstehende Supernova- oder Hypernova-Explosion. Im Bereich des Nebels gibt es weitere „Hyperriesen“ mit einer mehrere Millionen fachen Leuchtkraft derSonne.

Obwohl der Nebel eines der hellsten Objekte am Nachthimmel ist – er ist deutlich größer und auch heller als der Orionnebel –, wurde er wegen seiner extrem südlichen Lage erst relativ spät dokumentiert. Dieser Nebelkomplex liegt im Sagittarius-Arm der Milchstraße. Als eines ihrer größten H-II-Gebiete stellt der Carinanebel ein großes Sternentstehungsgebiet dar. Deshalb enthält er diverse offene Sternhaufen.

Das Bild zeigt das Zentrum des Carinanebels NGC 3372 im Sternbild Kiel des Schiffes (Carina) am Südhimmel. Es entstand aus einer Anfang Februar 2021 mit einem über das Internet ferngesteuerten Teleskop in Namibia mit 500 mm Öffnung und 3420 mm Brennweite und einer monochromen CCD-Kamera angefertigten Aufnahmeserie. Insgesamt wurden 45 Einzelbilder à 300 Sekunden mit verschiedenen Filtern belichtet und zu einem RGB-Farbbild zusammengerechnet, Gesamtbelichtungszeit 3,75 Stunden. Die einzelnen Farbkanäle wurden mit Aufnahmen unter Verwendung von Hα-, [OIII]- und [SII]-Schmalbandfiltern kombiniert. Foto: Bernhard Strauch