Workshop „Teleskope justieren“

Gestern Abend waren die Mitglieder der AG Orion zu einem Workshop ins Peter-Schall-Haus, direkt neben der neuen Sternwarte, eingeladen.

An diesem Abend drehte sich alles um das richtige Justieren eines Spiegelteleskops. Astrofotograf und Vereinsmitglied Matthias Steiner zeigte zu Beginn des Abends einige seiner sehr gelungenen selbst aufgenommenen Deep Sky Aufnahmen. Die interessierten Zuhörer erfuhren einiges über die Zusammenhänge und Auswirkungen, die bei einem schlecht justierten Teleskop zu sehen sind und lernten, wie man es richtig kollimiert, um das Optimum aus dem optischen Instrument herauszuholen.

Im zweiten Teil des Workshops konnte dann jeder selbst Hand anlegen und das Justieren an den mitgebrachten eigenen Teleskopen in der Praxis üben, während Matthias Steiner mit vielen Praxistipps helfend zur Seite stand.

Neben den althergebrachten Justiermethoden mit Filmdose, verschiedenen Justierokularen oder dem weit verbreiteten Justierlaser, wurden auch neuere Methoden mit Justagekamera und Laptop vorgestellt und über die Funktionsweise, deren Vor- und Nachteile, sowie Grenzen der verschiedenen Methoden gesprochen.

Nach längerer coronabedingter Pause freuten sich die Mitglieder, endlich einmal wieder zu einem persönlichen Treffen zusammenkommen und sich sehen zu können. Natürlich nutzten alle zu Beginn die Gelegenheit, einen kurzen Blick in die Sternwarte zu werfen und sich über den schon weit fortgeschrittenen Stand der Installationsarbeiten zu informieren.

Die Teilnehmer zeigten sich am Ende des Abends sehr zufrieden mit dem Workshop und den dabei erworbenen Kenntnissen, ihre Teleskope nun selbstständig justieren zu können.

Ein herzliches Dankeschön an Matthias Steiner und allen, die den Workshop ermöglicht und in die Tat umgesetzt haben.

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Artikel in der F.A.Z.: Lichtsammeln am Nachthimmel

Wie eine Muschel: Die Kuppel schützt im Ruhezustand das Teleskop. Davor stehen Michael Feiler (links) und Bernhard Strauch von der Gesellschaft Orion. Bild: Marie-Luise Kolb
Bildquelle: URL der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Die Volkssternwarte Hochtaunus hat es nun auch in die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschafft. Der Redakteur Jan Schiefenhövel und die Fotografin Marie-Luise Kolb trafen sich dazu an der eingeschneiten Sternwartenkuppel mit den Vereinsmitgliedern Bernhard Strauch (2. Vorsitzender) und Michael Feiler (Pressewart). Der Zeitungsbericht erschien gestern in der Printausgabe unter der Rubrik Rhein-Main. Seit heute ist der Artikel zusätzlich auf der Internetseite der F.A.Z. zu finden.

Link zum Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Umbau des langen Lichtenknecker Zeiss Refraktors zum handlichen Faltrefraktor

Im Februar 2020 haben wir von der Privatsternwarte Eulbach im Odenwald einen 8 Zoll Lichtenkneckerrefraktor (Linsenteleskop) mit 3000mm Brennweite übernommen. Dieses soll das Hauptinstrument der Volkssternwarte Hochtaunus werden. Ursprünglich war es in einer Sternwartenkuppel mit 8m Durchmesser untergebracht. Da unsere Baader Allsky Kuppel nur einen Durchmesser von 4,5m hat, war ein Umbau des langen Refraktors zu einem kurzen Faltrefraktor mit Umlenkspiegel nötig. Dieser Umbau hat unser Vereinsmitglied Peter Markworth geplant und durchgeführt und dabei zahlreiche Bauteile selber hergestellt. Der Refraktor ist mit einem AS 200/3000 Objektiv von Zeiss bestückt. Zum Refraktorumbau gibt es drei interessante Videos die unser 1. Vorsitzender Oliver Debus erstellt hat:

Dieses Video zeigt einen Vortrag von Peter Markworth über das Umbauprojekt am 22.09.2021.
In diesem Video stellen Peter Markworth und Oliver Debus die Bauteile des Faltrefraktors vor.
In diesem Video zeigen Peter Markworth und Oliver Debus den Zusammenbau des Faltrefraktors.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2022

Das Jahr 2021 nähert sich nun dem Ende und wir können voller Stolz auf sehr aufregende Monate zurückblicken. Die Volkssternwarte Hochtaunus wurde gebaut und wird im kommenden Frühjahr offiziell für die interessierte Öffentlichkeit eröffnet.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitgliedern, Helfern, Sponsoren und Sternfreunden, die uns 2021 bei unserer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt haben.

Die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. wünscht allen Sternfreunden, Astronomiebegeisterten und Weltraumfans eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Komet Leonard passiert M3

Am 3. Dezember gegen 04:50 Uhr bot sich ein imposanter Anblick: der Komet Leonard (C/2021 A1) passierte den Kugelsternhaufen M3. Wir konnten diesen Moment in einer Wolkenlücke fotografieren:

Komet Leonard (C/2021 A1) zieht von der Erde aus gesehen am Kugelsternhaufen M3 vorbei. Das Bild entstand am 3. Dezember 2021 von Usingen aus zwischen 04:58 Uhr und 06:13 Uhr mit einem Lacerta APO 72/432 Teleskop und einer ASI 533MC Kamera (Foto: Markus Drexelius)

Wie schnell sich der Komet in nur gut einer Stunde bewegt, ist in der folgenden Videoanimation zu sehen:

Komet Leonard passiert den Kugelsternhaufen M3 am 3. Dezember 2021. Videosequenz: Markus Drexelius

Wie schon berichtet, ist Komet Leonard noch bis zum 10. Dezember von uns aus gut zu beobachten. Die Helligkeitsentwicklung lässt hoffen, dass er sogar mit bloßem Auge zu sehen sein wird, klarer Himmel vorausgesetzt. Mit einem Fernglas oder Teleskop ist er derzeit in Richtung Osten zu sehen:

Position des Kometen Leonard (C/2021 A1) in Richtung Osten, frühmorgens gegen 5.30 Uhr (Grafik: Michael Feiler)

Die Taunus-Zeitung berichtete am 02. Dezember 2021 in der Print-Ausgabe über Komet Leonard (C/2021 A1):

Ein „Weihnachtsstern“ naht…

Helle Kometen sind seltene Erscheinungen am nächtlichen Sternenhimmel. Promentes Beispiel aus dem Sommer letzten Jahres war der Komet Neowise (C/2020 F3), der unter dunklem Himmel nicht nur im Fernglas, sondern sogar mit dem bloßem Auge zu sehen war. Wenn alles gut geht und die Helligkeitsentwicklung so positiv weitergeht, soll nun im Dezember 2021 ein weiterer Komet für das bloße Auge sichtbar werden. Sein Name lautet Komet Leonard (C/2021 A1). Er wurde am 3. Januar 2021 vom US-amerikanischen Astronomen Greg J. Leonard am Mount Lemmon Observatory in Tucson (Arizona) entdeckt. An diesem Tag war Komet Leonard noch ca. 750 Millionen Kilometer von unserer Sonne entfernt. Er bewegt sich auf die Sonne zu und wird seine größte Annäherung an die Sonne (das sogenannte Perihel) mit einer Entfernung von ca. 92,2 Millionen Kilometer am 3. Januar 2022 erreichen. Den geringsten Abstand zur Erde erreicht Komet Leonard mit ca. 35 Millionen Kilometern schon etwas früher am 12. Dezember 2021 um ca. 14.54 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Ob der Komet Leonard im Dezember 2021 wirklich so hell wird wie es die derzeitigen Schätzungen zeigen, muss jedoch hoffnungsvoll abgewartet werden. Die Entwicklung von Kometen ist leider unvorhersehbar. Kometen stammen aus dem äußeren Sonnensystem, dem sogenannten Kuiper-Gürtel oder der Oortschen Wolke. Sie bestehen aus Wasser, Eis, Staub und gefrorenen Gasen. Bei Sonnennähe verdampfen die Gase und bilden eine diffuse Hülle aus Gas und Staub um den Kometenkern, die auch Koma genannt wird. Durch den Sonnenwind verweht die Koma und bildet einen mehrere Millionen Kilometer langen Kometenschweif, der im reflektierenden Sonnenlicht leuchtet. Doch genau vorhersagen kann man nicht, wie sich ein Komet verhält. In der Vergangenheit gab es schon einige erfolgsversprechende Kometen, die in der Nähe der Sonne letztlich zerbrochen sind.

Komet Leonard wird als Erstes auf der nördlichen Halbkugel der Erde zu sehen sein und danach auf der südlichen Halbkugel. Trotz seiner hohen Geschwindigkeit von 254.412 Km/h wird seine veränderte Stellung mit dem bloßen Auge nur von Nacht zu Nacht auffallen, da sein Abstand zur Erde sehr hoch ist. Er huscht also nicht wie ein Flugzeug oder Satellit über den Himmel, sondern bleibt pro Beobachtungsnacht ziemlich konstant am Sternenhimmel stehen. Seine Bewegung wird aber auffallen, wenn man Leonard halbstündlich fotografiert und die Bilder vergleicht.

Dieses Foto entstand am 23. November 2021 zwischen 5:45 Uhr und 06:30 Uhr mit einem Linsenteleskop (72mm Öffnung, 432mm Brennweite) und einer Astrokamera (ASI 533MC) von Usingen aus. Foto: Markus Drexelius

Um den Kometen sehen zu können, muss man früh aufstehen. Zum Beispiel am 1. Dezember zwischen 3:30 und 6:30 Uhr. Dann steht er im Sternbild Jagdhunde. Als Orientierung kann die Deichsel des Großen Wagens (Sternbild Großer Bär) und der Stern Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes) genommen werden. Eine entsprechende Aufsuchkarte für jede Nacht finden Sie unten:

Die Aufsuchkarte hilft dabei, den Kometen zu finden. Es ist die Position am jeweiligen Datum dargestellt. Die Sternenkarte zeigt den Himmel morgens um 05:30 Uhr in Richtung Osten. Die Deichsel des Großen Wagens und der helle Stern Arktur helfen bei der Orientierung. Grafik: Michael Feiler

Für Fotografen ist ein kosmisches Rendezvous sehr interessant. Komet Leonard wird am frühen Morgen des 3. Dezember 2021 dicht am Kugelsternhaufen Messier 3 vorbeiziehen. Die AG Orion wird bei klarem Wetter ebenfalls versuchen, diese reizvolle Begegnung auf Fotos festzuhalten. Am 11. Dezember 2021 wird hierzulande die letzte realistische Chance sein, Leonard gegen 6:00 Uhr am östlichen Horizont zu sehen. Die Tage danach steht er schon zu tief und die Beobachter auf der südlichen Halbkugel werden dann ihre Chance bekommen.

Komet Leonard ist also ein Spektakel, das man sich unbedingt anschauen sollte, denn der Dezember wird die letzte Möglichkeit bieten, Leonard zu sehen. Nachdem er seinen sonnennächsten Punkt erreicht hat, wird er laut derzeitigen Berechnungen aus unserem Sonnensystem geworfen und kommt auch nicht wieder zurück.

Himmelsereignisse wie diese wird die AG Orion künftig an der Volkssternwarte Hochtaunus zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern beobachten und fotografieren. Ende Oktober wurde dazu die Baader AllSky-Kuppel angeliefert und montiert. Demnächst soll noch der sogenannte „Faltrefraktor“ (ein Linsenteleskop) in die Kuppel eingebaut und kleinere notwendige Arbeiten abgeschlossen werden, so dass die Volkssternwarte Hochtaunus im kommenden Frühjahr offiziell eröffnen kann.

Da auch die restlichen Abschlussarbeiten den Verein finanziell fordern, bittet der Verein um weitere Spenden, und zwar auf das Konto der Astronomischen Gesellschaft Orion e.V.: IBAN: DE 305 1250000 0001 057480, BIC: HELADEF1TSK Taunus Sparkasse, Zweck: „Volkssternwarte“.

Astronomischer Adventskalender 2021

Wir haben uns in diesem von Corona geprägten Jahr wieder etwas schönes für die Adventszeit ausgedacht: ein astronomischer Adventskalender entführt Sie in die spannende Welt der Astronomie. Jeden Tag ab dem 1. Dezember öffnet sich ein Türchen und gibt den Blick frei in die unendlichen Weiten des Weltalls. Tolle Aufnahmen unserer Mitglieder der AG Orion und interessante Texte erwarten Sie. Lassen Sie sich überraschen:

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns diesen Adventskalender möglich gemacht haben, indem sie ihre Fotos und die Texte zur Verfügung gestellt haben!