„First Light“ – Erstes Sternenlicht durch die Teleskope der Volkssternwarte Hochtaunus

Nachdem gestern die Teleskope optimiert worden sind, war heute endlich der große Moment gekommen. Wir feierten das bei Hobbyastronomen so beliebte und obligatorische „First Light“. Das ist der Augenblick, wenn das erste Sternenlicht durch die Teleskope fällt. Einige Mitglieder hatten sich dafür extra Zeit genommen, um diesen besonderen Moment zu genießen. Nachdem sich bei Dämmerung die Wolken verzogen hatten, peilten wir zuerst den Stern Spica in der Jungfrau an. Dies war also das erste Sternenlicht, welches die Teleskope sahen. Das automatische Goto-System funktionierte hervorragend. Die Objekte konnten in der Datenbank ausgewählt werden und die Motoren der stabilen 10 Micron GM 3000 Montierung liefen los, um sich bei dem gesuchten Objekt zu positionieren. Jeder hatte einen spontanen Objektwunsch und so beobachteten wir noch folgende Himmelsobjekte parallel im „TEC APO 160 f/7 Fluorit Apochromat“ und im „Acht-Zoll-Faltrefraktor mit Zeiss-Objektiv“: Den Doppelstern Mizar und Alkor, das senkrechte Galaxienpaar M81/M82, die Whirlpool-Galaxie M51, das Leo-Galaxien-Triplett, die Kugelsternhaufen M3, M13, M92, den Ringnebel M57 und das Vierfachsternsystem Double-Double (Epsilon Lyrae). Mit dem bloßen Auge und im Fernglas sahen wir zusätzlich die vorbeiziehende Internationale Raumstation (ISS). Alle Himmelsobjekte waren sehr beindruckend. Aber nicht nur die Beobachtungen waren schön, sondern auch die Stimmung bei gedämpftem astronomischen Rotlicht und die vielen netten Gespräche. Und so wird unser „First -Light“ an der Volkssternwarte Hochtaunus noch lange in Erinnerung bleiben.

Weitere Feinarbeiten an den Teleskopen

Heute optimierten Bernhard Strauch und Peter Markworth die Teleskope. Zuerst wurde der „Acht-Zoll-Faltrefraktor“ justiert. Dazu wurde der Okularauszug mit einem Kreuzlaser parallel zum Tubus auf die Mitte des ersten Umlenkspiegels gebracht. Dann wurden beide Umlenkspiegel mit einem Multi-Laserkollimator auf die optische Achse ausgerichtet. Zu guter Letzt wurde noch eine Durchrutschsicherung am „TEC APO 160 f/7 Fluorit Apochromat“ angebracht.

Es ist vollbracht! – Beide Teleskope sind auf der Montierung

Wir haben es geschafft! Heute haben zahlreiche Vereinsmitglieder die beiden Teleskope auf die 10 Micron Montierung GM 3000 gebracht. Wie bereits berichtet hatten wir im Februar 2020 ein Acht-Zoll-Refraktor mit Zeiss-Objektiv aus der deutschen Teleskop-Schmiede ,Lichtenknecker Optics’ erworben. Das Fernrohr hatten wir aus dem Nachlass eines Odenwälder Grafen der Sternwarte Eulbach gekauft. Es wurde danach in liebevoller Arbeit von unserem Vereinsmitglied Peter Markworth mit zwei Umlenkspiegel zu einem sogenannten „Faltrefraktor“ umgebaut. Dieser Acht-Zoll-Faltrefraktor mit Zeiss-Objektiv wurde zuerst montiert. Danach kam unser TEC APO 160 f/7 Fluorit Apochromat von Baader Planetarium dran. Der TEC war eine sehr großzügige Spende von der Mainova AG. Beide Teleskope wurden auf der Montierung ausbalanciert. Die Montage klappte hervorragend. Die stabile 10 Micron Montierung GM 3000 trägt beide Teleskope mühelos und das Gesamtsystem ist gut ausbalanciert. Ganz nebenbei wurde auch noch die Riesensternkarte montiert. Sie hat einen satten Durchmesser von 140 cm, hängt jetzt im Container und kann bei Beobachtungsabenden draußen an den Zaun gehängt werden. Später kam noch ein Überraschungsgast dazu. Kai von Schauroth besuchte uns und es ergaben sich sehr interessante astronomische Gespräche. Kay ist bekannt als Geschäftsführer der Zeitschrift „astronomie – DAS MAGAZIN“ und Betreiber des „ATHOS Centro Astronómico“ auf La Palma. In den kommenden Tagen wird dann noch die 10 Micron Montierung GM 3000 eingenordet, der Zeiss-Faltrefraktor kollimiert und die optischen Achsen beider Refraktoren so eingestellt, dass sie auf den selben Punkt am Himmel blicken.

Der TEC APO 160 ist ebenfalls angekommen

Heute ist unser TEC APO 160 f/7 Fluorit Apochromat von Baader Planetarium angekommen. Das war eine sehr großzügige Spende von der Mainova AG. Einer der größten regionalen Energieversorger in Deutschland. Der Verein ist sehr dankbar dafür. Oliver Debus (1. Vorsitzender) hat das Schmuckstück zur Volkssternwarte Hochtaunus gebracht. Peter Markworth (Vereinsmitglied) und Bernhard Strauch (2. Vorsitzender) haben danach die Vorarbeit für die demnächst anstehende Montage der Teleskope geleistet. Neben dem TEC APO soll auch noch unser Zeiss Faltrefraktor auf die Montierung kommen. Dabei wurden auch die Schwerpunkte beider Teleskope und für das Gesamtsystem ermittelt. Alle Arbeiten zusammen haben ca. 4 ½ Stunden gedauert.

Der Zeiss Faltrefraktor ist angekommen

Wie berichtet, hatten wir am 09. Februar 2020 ein Acht-Zoll-Refraktor mit Zeiss-Objektiv aus der deutschen Teleskop-Schmiede ,Lichtenknecker Optics’ erworben. Das Fernrohr hatten wir aus dem Nachlass eines Odenwälder Grafen der Sternwarte Eulbach gekauft. Es wurde danach in liebevoller Arbeit von unserem Vereinsmitglied Peter Markworth mit zwei Umlenkspiegel zu einem sogenannten „Faltrefraktor“ umgebaut. Peter ist Maschinenbauingenieur und war zuletzt Hauptabteilungsleiter in einer größeren Firma. Der Umbau war notwendig, um den Refraktor mit einer Brennweite von drei Metern soweit zu verkürzen, dass er in der 4,5 Meter AllSky-Kuppel Platz findet. Heute haben Bernhard Strauch (2. Vorsitzender) und Peter den Faltrefraktor zur Volkssternwarte Hochtaunus gebracht. Oliver Debus (1. Vorsitzender) war ebenfalls dabei.

Volkssternwarte Hochtaunus: Teleskopmontage im Mai, offizielle Einweihung im Juni, öffentliche Beobachtungen ab Herbst

Acht Monate nachdem die Fundamente gelegt worden sind, nähert sich die neue Volkssternwarte Hochtaunus am Peter-Schall-Haus in Dornholzhausen der Vollendung.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr der Rohbau fertiggestellt und die Baader „Allsky-Kuppel“ errichtet worden war, wurden in den vergangenen Wochen weitere Vorarbeiten erledigt, um die Volkssternwarte zu eröffnen. Die ersten Frühlingstage des Jahres wurden genutzt, um die Elektroinstallationen in der Kuppel vorzunehmen, eine dimmbare LED-Beleuchtung zu installieren und die Vorbereitung für das Datennetzwerk zu treffen.

Mit Abschluss der Installation sind nun so gut wie alle Vorbereitungen für die baldige Montage der Beobachtungsinstrumente getroffen. Im Mai wird die Sternwarte soweit fertiggestellt sein, dass die ersten Probebeobachtungen zur Optimierung des Gesamtsystems möglich sind. Die offizielle Einweihung der Volkssternwarte wird im Juni erfolgen. Die öffentlichen Beobachtungen für Besucher werden ab Herbst angeboten, wenn die Nächte wieder länger werden.

Hier nochmals die nächsten Termine kurz zusammengefasst:

– Teleskopmontage im Mai 2022
– Offizielle Einweihung im Juni 2022
– Öffentliche Beobachtungen ab Herbst 2022

Die Taunus Zeitung berichtete am 14. April 2022 in der Print-Ausgabe ausführlich über die Elektroarbeiten in der AllSky-Kuppel und die nächsten Schritte bis zu den geplanten öffentlichen Beobachtungen ab Herbst.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel in der Printausgabe der Bad Homburger Woche vom 28.04.2022 auf Seite 6 oder in der Online-Ausgabe der Taunus-Nachrichten:

Link zur Bad Homburger Woche (PDF).

Link zu den Taunus-Nachrichten.

Workshop „Teleskope justieren“

Gestern Abend waren die Mitglieder der AG Orion zu einem Workshop ins Peter-Schall-Haus, direkt neben der neuen Sternwarte, eingeladen.

An diesem Abend drehte sich alles um das richtige Justieren eines Spiegelteleskops. Astrofotograf und Vereinsmitglied Matthias Steiner zeigte zu Beginn des Abends einige seiner sehr gelungenen selbst aufgenommenen Deep Sky Aufnahmen. Die interessierten Zuhörer erfuhren einiges über die Zusammenhänge und Auswirkungen, die bei einem schlecht justierten Teleskop zu sehen sind und lernten, wie man es richtig kollimiert, um das Optimum aus dem optischen Instrument herauszuholen.

Im zweiten Teil des Workshops konnte dann jeder selbst Hand anlegen und das Justieren an den mitgebrachten eigenen Teleskopen in der Praxis üben, während Matthias Steiner mit vielen Praxistipps helfend zur Seite stand.

Neben den althergebrachten Justiermethoden mit Filmdose, verschiedenen Justierokularen oder dem weit verbreiteten Justierlaser, wurden auch neuere Methoden mit Justagekamera und Laptop vorgestellt und über die Funktionsweise, deren Vor- und Nachteile, sowie Grenzen der verschiedenen Methoden gesprochen.

Nach längerer coronabedingter Pause freuten sich die Mitglieder, endlich einmal wieder zu einem persönlichen Treffen zusammenkommen und sich sehen zu können. Natürlich nutzten alle zu Beginn die Gelegenheit, einen kurzen Blick in die Sternwarte zu werfen und sich über den schon weit fortgeschrittenen Stand der Installationsarbeiten zu informieren.

Die Teilnehmer zeigten sich am Ende des Abends sehr zufrieden mit dem Workshop und den dabei erworbenen Kenntnissen, ihre Teleskope nun selbstständig justieren zu können.

Ein herzliches Dankeschön an Matthias Steiner und allen, die den Workshop ermöglicht und in die Tat umgesetzt haben.

Mitglied werden / Spenden

Sie möchten die Arbeit der AG Orion unterstützen? Sie möchten Kontakt zu anderen Amateurastronomen knüpfen und im Verein mitarbeiten? Dann werden Sie jetzt Mitglied der AG Orion.

Für die weitere Ausstattung und den Betrieb unserer neuen Sternwarte freuen wir uns über Spenden. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt, so dass Sie Zuwendungen steuerlich geltend machen können.

IBAN: DE30 5125 0000 0001 0574 80 
BIC: HELADEF1TSK
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