2. Dezember: Die Sonne

Hinter dem 2. Türchen hat sich unser Heimatstern, die Sonne, versteckt: sie befindet sich im Zentrum unseres Sonnensystems und ist ein gigantischer „Feuerball“, in dessen Inneren durch Fusion von Wasserstoff zu Helium gigantische Energiemengen entstehen.

Die Sonne ist mit ca. 1,4 Millionen Kilometern Durchmesser rund 110mal so groß wie unsere Erde und spendet uns lebensnotwendige Wärme und Licht, eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Lebens auf unserem Heimatplaneten.

Für Astronomen ist die Sonne ein dankbares Beobachtungsobjekt. Doch Vorsicht: niemals ohne speziell dafür geeignete Filter in die Sonne blicken.

Was man durch einen herkömmlichen Sonnenfilter leider nicht sehen kann, sind Eruptionen, sogenannte Protuberanzen, auf der Oberfläche unserer Sonne. Hierbei handelt es sich um heftige Materielströme, die bis zu einer Höhe von 40.000 km über der Sonnenoberfläche auftreten. Sie können einige Stunden bis zu einigen Monaten andauern. Zu beobachten sind sie allerdings nur im schmalbandigen, roten H-Alpha-Licht, da sie normalerweise vom restlichen Licht der Sonne überstrahlt werden. Solche Aufnahmen sind deshalb nur mit speziellen Filtern möglich:

1. Dezember: Der Mond

Hinter dem 1. Türchen unseres Adventskalenders verbirgt sich unser Erdtrabant, der Mond, der sich in rund 360.000 km Entfernung zu unserem Heimatplaneten befindet. Er umkreist die Erde in gut 27 Tagen. Dabei sehen wir immer die gleiche Seite der Oberfläche, da er sich in der gleichen Zeit um seine eigene Achse dreht.

Besonders schön zeigt er sich bei zu- oder abnehmendem Mond: dann werfen die vielen Krater und Berge weite Schatten auf der Mondoberfläche. Der Mond ist ein dankbares Beobachtungsobjekt auch mit einem Fernglas und kleineren Teleskopen.

Wer mehr über den Mond erfahren möchten: https://www.der-mond.org/

Ein besonderer Mondkrater namens „Lambert“ befindet sich in der südlichen Hälfte des Mare Imbrium östlich des fast gleich großen Kraters Timocharis. Bei genauerem hinsehen erkennt man unterhalb dieses Kraters einen stark erodierten kreisrunden Wall, der kaum über das Mare-Gestein herausragt. Dieser sogenannte Geisterkrater wird Lambert R genannt und ist nur zu ganz bestimmten Zeiten (Mondalter 21-22 Tage) zu beobachten.

Venus durchquert die Plejaden

Anfang April wird eine interessante Konstellation am abendlichen Sternenhimmel zu sehen sein: die helle Venus durchquert die Plejaden.

Ende März zog die am frühen Abendhimmel im Westen stehende helle Venus bereits die Blicke auf sich: zusammen mit dem zunehmenden Mond zeigten sich die beiden in einer auffälligen Stellung zueinander, die auch dem Laien direkt aufgefallen sein dürfte: die schmale Neumondsichel in unmittelbarer Nähe zu unserem hellen Nachbarplaneten, der Venus, ergab ein wunderschönes Bild am sternenklaren Himmel der letzten Tage im Taunus.

Die Sternenkarte zeigt den Abendhimmel Richtung Westen gegen 20 Uhr im Taunus: die helle Venus erreicht um den 3./4. April 2020 die Plejaden.

Grafik: Open Source Planetarium Software „Stellarium“
http://www.stellarium.org

In den nächsten Tagen wandert die Venus am Firmament weiter nach oben und erreicht am 3. April den offenen Sternhaufen der Plejaden, den sie dann durchquert (ein sogenannter „Transit“): ein Blick gen Himmel lohnt sich dann um so mehr.

Auf der Sternkarte ist die jeweilige Position der Venus vom 30. März bis zum 5. April 2020 und ihr Durchzug vor den Plejaden dargestellt.

Der offene Sternhaufen der Plejaden (M45) im Sternbild Stier
Grafik: Stellarium (http://www.stellarium.org)

Die Plejaden (Messier Katalog M45) werden auch „Siebengestirn“ genannt und sind ein rund 400 Lichtjahre entfernter offener Sternhaufen, der auch mit bloßem Auge deutlich sichtbar ist. Er hat die Form eines „Schöpflöffels“ und ähnelt dem Sternbild des kleinen und großen Wagens. M45 ist etwa von Anfang Juli bis Ende April in unseren Breiten am Abendhimmel sichtbar. Mit einer Ausdehnung von 2° erscheinen die Plejaden rund viermal so groß wie der Mond.

Unser Nachbarplanet Venus

Die Venus ist einer der inneren Planeten unseres Sonnensystems, d.h. sie befindet sich zwischen der Erde und der Sonne, und kreist einmal um unsere Sonne innerhalb von rund 224 Erdtagen. Wir blicken demnach immer in Richtung unserer Sonne, wenn wir die Venus sehen wollen, d.h. wir können die Venus nur am Morgen- oder Abendhimmel sehen, aber nie um Mitternacht. Man nennt sie deshalb auch „Abend-“ oder „Morgenstern“.

Die Tatsache, dass die Venus zu den inneren Planeten gehört, führt dazu, dass die Venus sogenannte „Phasen“ besitzt, genauso wie unser Mond. Das folgende Foto ist am 22. März 2020 gegen 18:25h entstanden und zeigt sehr schön die seitlich von der Sonne zur Hälfte beleuchtete Venus als Phase:

Die Venus am 22.03.2020 gegen 18:25 Uhr als Sichel, Aufnahmedaten: Baader Travel Companion 95, 3x FFC (f=1.700 mm), Kamera ZWO ASI174mc bei 190 fps. Bearbeitet mit AutoStakkert3 und Registax.
Foto: Wolfgang Voigt, AG Orion

Nach dem Mond ist die Venus das hellste Gestirn am nächtlichen Himmel. Größe und Aufbau des Planeten sind der benachbarten Erde sehr ähnlich, doch die Bedingungen auf der Venusoberfläche sind für uns Menschen eher unwirtlich. Die Atmosphäre besteht hauptsächlich aus dem Klimagas Kohlendioxid, was dazu führt, dass sie sich im Durchschnitt auf rund 464°C aufheizt. Der Druck an der Oberfläche beträgt rund 92 bar. An Leben, wie wir es kennen, ist dort nicht zu denken.

Großer Refraktor für unsere Sternwarte

Vor kurzem machte sich eine Abordnung der AG Orion auf nach Eulbach im Odenwald: nahe des Odenwälder Jagdschlosses errichtete Graf Franz II. im Jahr 1958 in Eigenregie eine Sternwarte, die er „Porta ad Astra“ (Tor zu den Sternen) nannte, um dort seiner Leidenschaft der Astronomie nachgehen zu können. Der im Jahr 2015 verstorbene Graf hinterließ seinen Nachkommen eine vollständige Sternwarte, aber so recht anfangen konnten die Erben mit der Hinterlassenschaft nichts, fehlte ihn doch so recht der Faible für die Astronomie, die der Großvater hatte.

Und so war Enkel und Erbgraf Georg Albrecht Graf Erbach froh, als er von unserem Projekt „Volkssternwarte Hochtaunus“ erfuhr. Seinem Vater war es wichtig, dass sein Erbe in gute Hände kommt und so war man sich schnell einig, dass das großen Linsenteleskop mit 8 Zoll Öffnung (20cm) der bekannten deutschen Teleskop-Schmiede „Lichtenknecker Optics“ in der neuen Sternwarte am Peter-Schall-Haus in Bad Homburg ein neues Zuhause finden und auch zukünftig vielen interessierten Sternenfreunden, Schülern und Bürgern des Hochtaunuskreises einen Blick in die Weiten des Weltalls ermöglichen wird.

Die Bilder zeigen die Sternwarte des Grafen, sowie den Abbau und Abtransport des empfindlichen optischen Instruments, das in der Volkssternwarte Hochtaunus einen neuen Platz finden wird. Per Handschlag wird die Übergabe des Teleskops von Erbgraf Georg Albrecht Graf Erbach und unserem stellvertretenden Vorsitzenden Christian Schmitz besiegelt.

Mit vereinten Kräften hat man das Teleskop abmontiert und in den Taunus transportiert. Es wird nun zwischengelagert und soll in der neu gebauten Sternwarte Hochtaunus dann seinen neuen Platz finden.

Lesen Sie hierzu den ausführlichen Artikel der Taunus Zeitung:

In seiner Ausgabe vom 10. März 2020 berichtete die Taunus Zeitung über unseren neuen Refraktor

Und den Artikel im Usinger Anzeiger:

Am 18. April 2020 berichtete der Usinger Anzeiger über unseren neuen Refraktor.

Projekt Volkssternwarte im „Stadtjournal Bad Homburg“

Nun hat es unser Projekt Volkssternwarte sogar auf die Titelseite der Februarausgabe des „Stadtjournals Bad Homburg“ geschafft: die in einer Auflage von knapp 50.000 Exemplaren erscheinende und an alle Haushalte in Bad Homburg kostenlos verteilte Zeitschrift berichtet in einem ausführlichen Artikel über unser Projekt, der auch in den Ausgaben für die Städte Oberursel und Friedrichsdorf, sowie in den Ausgaben für Nidda und Büdingen zu finden ist.

Wir hoffen, dass wir hierdurch noch weitere Spender für die Finanzierung unserer Volkssternwarte für den Hochtaunuskreis gewinnen können, so dass schon bald der Spatenstich erfolgen und der Bau beginnen kann.

Spendenkonto

Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V.
IBAN: DE30 5125 0000 0001 0574 80
BIC: HELADEF1TSK
Taunus-Sparkasse
Verwendungszweck: „Volkssternwarte“

Quelle:
Verlag Stadtjournal GmbH
Eichbaumstraße 17
63674 Altenstadt
Telefon (06047) 9646-145
Telefax (06047) 9646-146
www.verlag-stadtjournal.de

Frankfurter Rundschau: „Endspurt für die Sternwarte Bad Homburg“

Auch die Frankfurter Rundschau berichtete kürzlich über unser Sternwartenprojekt. Hier können Sie den Artikel lesen:

https://www.fr.de/rhein-main/hochtaunus/bad-homburg-ort47554/endspurt-sternwarte-homburg-13424238.amp.html

Im Februar 2019 entstand dieses Bild am aktuell von der AG Orion genutzten Beobachtungsplatz in Pfaffenwiesbach. Ein Binokular-Fernglas, bei dem man mit beiden Augen hindurchschaut, ist auf das Sternbild Orion gerichtet. Hoffentlich schon bald soll der Beobachtungsplatz gegen eine feste Sternwarte am Peter-Schall-Haus in Bad Homburg getauscht werden.

Themenabend: „USA-Reise mit Sonnenfinsternis 2017 und Lick Observatory“

Die AG Orion lädt am Mittwoch, 15. Januar 2020 um 20h zu einem spannenden Vortrag ins Vereinshaus Dornholzhausen ein:

August 2017: Totale Sonnenfinsternis („Sofi“) in den USA. Grund genug für eine Reise. Aber das Land bietet ja viel mehr: San Francisco mit Lick Obs., den Yosemite NP, das glitzernde Las Vegas, den Grand Canyon, Utah mit seinen National Parcs. Wer kennt nicht den „Arches“ mit seinen faszinierenden Steinbögen?

Weiter geht es durch die „Rockies“ Richtung Sonnenfinsternis. Die Route führt uns zum Yellowstone NP mit seinen Geysiren. Erstaunlich, wie präzise sich die spektakulären Ausbrüche des „Old Faithful“ vorhersagen lassen.

Nach einem Abstecher zu den steinernen Präsidenten am Mount Rushmore endet unsere Reise in Alliance, NE, dem perfekten Ort für eine perfekte Sonnenfinsternis.

Referent: Andreas Elleringmann

Der Themenabend findet im Vereinshaus Dornholzhausen, Saalburgstraße 158, 61350 Bad Homburg statt.

Der Eintritt ist frei! – Um Spenden für das Projekt „Volkssternwarte Hochtaunus“ wird gebeten.